Instandsetzung der historischen Mauern und Pfeiler am Kavaliershaus / Durchfahrt von der Kleinen Lindenallee zum Paradehof / Eingang zur Schlossanlage von Norden

 

Maßnahmenbeschreibung

Im Rahmen der denkmalgerechten Sanierung der „Kleinen Lindenallee“ von Schloss Fasanerie wurde die Durchfahrt zum Paradehof beim Kavaliershaus grundlegend in Stand gesetzt. Diese Durchfahrt wird durch zwei mächtige von Vasen bekrönte Sandsteinpfeiler gebildet, der östliche Pfeiler ist durch einen Mauerstreifen an das Kavaliershaus angeschlossen, der westliche Pfeiler an die den Paradehof begrenzende Mauer.

Vorzustand:

Beide Mauerstreifen, die quadratischen Pfeiler und ihre Bekrönungen mit Sandsteinvasen wiesen erhebliche statische und substanzielle Schäden auf. In den 60er Jahren – als der Autoverkehr noch über den Paradehof und durch dieses Tor floss – war der westliche Mauerstreifen mit einem zusätzlichen Durchbruch versehen worden, als Fußgängerweg neben der Straße. Der Sturz dieser Tür-Öffnung war zu schmal und wies diverse Risse auf.

Der östliche Mauerstreifen war durch Setzungen und einen langen Riss über die gesamte Höhe der Mauer einsturzgefährdet. Seit zehn Jahren wurde er durch eine beidseitig gegengeschraubte Holzplatte gehalten.

Das Quadermauerwerk der Pfeiler war teilweise durch eingesetzte, stark korrodierte Eisenelemente und Torangeln aufgesprengt, einzelne Steine durch Witterungseinflüsse in ihrer Substanz zerstört. Reparaturen früherer Jahre mit einem Zementmörtel, der härter als der verwendete Sandstein war, trugen zusätzlich zur Gefährdung des Bestands bei. Die barocken Sandsteinvasen der Pfleilerbekrönungen und die weit auskragenden Profile der Pfeilerkapitelle waren von durchfahrenden LKW beschädigt worden.

 

Durchgeführte Maßnahmen:

Beide Bruchstein-Mauerstreifen mussten weitgehend und bis auf das Fundament heruntergenommen und fachgerecht im ursprünglichen Stil wieder aufgemauert werden. Der später hinzugefügte Durchgang auf der Westseite wurde dabei wieder geschlossen. Der östliche Pfeiler konnte trotz einer leichten Schiefstellung komplett im Bestand gehalten werden.

Lediglich die substanzgefährdenden Zementfugen wurden entfernt und mit Material auf Kalkbasis neu verfugt. Der Pfeiler wurde während der Bauarbeiten durch eine Hilfskonstruktion aus Holz gesichert. Der westliche Pfeiler musste wegen stark geschädigter Steine im unteren Drittel bis zum Radabweiser abgenommen und im Originalverband wieder aufgesetzt werden. Drei Quader wurden hier halbseitig erneuert. Die Ausbrüche an den Kapitellen und den bekrönenden Sandsteinvasen wurden durch fachgerecht ausgeführte Vierungen geschlossen.

 

Beteiligte Gewerke und Firmen:

Die Maurerarbeiten sind zum größten Teil durch die bei der Kulturstiftung des Hauses Hessen / Schloss Fasanerie beschäftigten Handwerker ausgeführt worden. Die Restaurierungsarbeiten an den Sandsteinquadern der Pfeiler und an den Vasenaufsätzen wurden durch die in der Denkmalpflege erfahrene Firma Hartmann & Sohn, Künzell ausgeführt.

 

Ausführungszeitraum: März bis September 2020

Gesamtkosten der Maßnahme: brutto 19.700 EUR

Förderung: 10.000 EUR durch den Landkreis Fulda