| Sonderausstellungen im Jahr 2008/2009 in Schloss Fasanerie: |
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17. Mai bis 2. November 2008 1. April bis 28. Juni 2009 "Fürstenkinder - Porträts vom 16. bis 21. Jahrhundert im Hause Hessen" |
Bilder von Kindern wirken anziehend, oft bezaubern sie den Betrachter oder sie stimmen uns nachdenklich. Sie wecken positive Emotionen bei Erwachsenen sowie Fürsorge- und Schutzgedanken. "Süß" und "niedlich" sind die Assoziationen, die man oft mit Bildern von Kindern verbindet. Die Freude, die wir angesichts von Kinderbildern empfinden, bezeugt die Wertschätzung, die wohl jede zivilisierte Gesellschaft ihren Kindern in besonderem Maße entgegenbringt.
Beim Betrachten der Porträts junger Könige und Fürsten vergangener Jahrhunderte hingegen sehen wir uns meist mit kleinen Erwachsenen konfrontiert, die uns wenig kindgerecht gekleidet erscheinen, und die ernst oder unsicher vor theatralischen Kulissen posieren.Hier wird deutlich, dass Porträts von Kindern immer den Blick von Erwachsenen auf Kinder spiegeln; sie sind von Erwachsenen gemalt und beauftragt. Damit transportieren Kinderporträts von jeher und bis heute die Erwartungshaltung und den Anspruch der Eltern. Verborgen in versteckten Zeichen heute, mit deutlichen Attributen in früheren Jahrhunderten formulieren Porträts von Kindern Standespositionen und Repräsentationsformen von Macht. Wesenseigenschaften der Kindheit, wie zum Beispiel Verspieltheit und Unschuld fehlen auf den fürstlichen Porträts aus früheren Jahrhunderten, und dennoch spiegeln viele Kinderporträts die Spannung wider, die zwischen dem unschuldigen Kind, das porträtiert wird und dem Erwachsenen, der es einmal werden soll, entsteht. In den meisten Fällen ist das Kindliche eine Art Unterthema auch des formalsten Kinderbildnisses. Mit über 100 Gemälden und Zeichnungen spannt die Ausstellung im Badehaus von Schloss Fasanerie einen Bogen über sechs Jahrhunderte, in denen Porträts von Fürstenkindern entstanden sind. Einen Schwerpunkt stellen die Bildnisse junger hessischer Prinzessinnen und Prinzen dar, die Kinder der regierenden Landgrafen, Großherzöge und Kurfürsten von Hessen. Aber auch die Nachkommen verwandter Königs- und Fürstenhäuser, wie etwa der Könige von Preußen oder England sind in der Ausstellung vertreten. Die Bildnisse erlauben einen fokussierten Blick auf einen Teilbereich der Kunstgeschichte des Herrscherporträts und vermitteln gleichzeitig Anschauungsmaterial für die Entwicklung der Kleidung seit 1600.Präsentiert werden sowohl die Porträts namhafter Maler wie Lucas Cranach, Gerad van Honthorst oder Franz Xaver Winterhalter wie auch die Werke talentierter Mütter. Kurfürstin Auguste von Hessen zeichnete ein gefühlvolles Porträt ihres Sohns Friedrich Wilhelm; von Kaiserin Victoria von Preußen sind Porträts ihrer Töchter zu sehen. Die ausgestellten Werke stammen aus dem Inventar von vier Schlössern des hessischen Fürstenhauses. Neben Bildnissen aus den Schlössern Fasanerie und Friedrichshof in Kronberg wird die Schau durch Porträts des Darmstädter Familienzweigs bereichert, die aus den Schlössern Darmstadt und Wolfsgarten stammen. Alle präsentierten Werke sind Eigentum der Hessischen Hausstiftung.
Katalog zur Ausstellung:
Zur Ausstellung ist im Michael Imhof Verlag ein Katalog mit 256 Seiten und ausschließlich farbigen Abbildungen erschienen, der auch online bestellt werden kann.
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