Fotoausstellung im Badehaus
Vor 150 Jahren wurde der erste Freundschaftsvertrag zwischen Japan und Deutschland unterzeichnet. Zu diesem Anlass präsentiert die Hessische Hausstiftung eine Ausstellung des bekannten japanischen Fotografen Ishimoto Yasuhiro mit beeindruckenden Aufnahmen der legendären kaiserlichen Villa Katsura rikyû und ihren Park in der Nähe von Kyôto.
Die Ausstellung zeigt Fotos eines bedeutenden Kaiserlichen Palastes und gewährt Einblicke in die Kultur japanischer Fürsten der Edo-Zeit. Die Kaiserliche Villa Katsura stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Gebäude-Ensemble mit dazugehörigen Gärten in einem westlichen Vorort der Stadt Kyôto zählt zu den wichtigsten traditionellen Kulturgütern Japans. Nur wenige Fotografen erhielten bisher die Erlaubnis, Fotos von den Innen- und Außenräumen der Villa aufzunehmen; dazu gehört der 1921 geborene Ishimoto Yasuhiro, dessen Fotografien seit dem 20. August 2011 im Badehaus in Schloss Fasanerie gezeigt werden.
Die Wanderausstellung, die in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut gezeigt wird, umfasst 50 Schwarzweiß-Photographien (Silbergelatineprints). Der Künstler Ishimoto Yasuhiro wurde 1921 in San Francisco geboren und zählt zu den wenigen Photographen, die eine Erlaubnis erhalten haben, die Innen- und Außenräume der Katsura-Villa aufzunehmen. Nach seinem Design-Studium ging er 1953 nach Japan, um dort erstmals die Villa aufzunehmen und zu dokumentieren. Ishimoto hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unzählige Einzel- und Gruppenausstellungen bestritten und seine Werke in mehreren Bildbänden veröffentlicht.
Die Kaiserliche Villa Katsura stellt mit ihrer außergewöhnlichen Gebäude- und Landschaftsarchitektur ein herausragendes Beispiel für die traditionelle japanische Architektur dar. Die gesamte Anlage umfasst eine Fläche von 50.000 Quadratmetern und diente zunächst als Landsitz für kaiserliche Prinzen. Charakteristisch für die Gebäude sind ihre Schlichtheit und Harmonie im Einklang mit der Natur. Bis heute üben die mit klaren Grundlinien gestalteten Häuser sowie die diagonal gestaffelte Anordnung der einzelnen Baukörper eine besondere Faszination aus.
Begleitend zu den Fotos werden Porzellane der bedeutendsten Porzellanwerkstätten Japans des 17. und 18. Jahrhundert im Badehaus zu sehen sein, ausgewählte Stücke aus der reichhaltigen Porzellansammlung von Schloss Fasanerie. Aus Arita stammen die Kakiemon-Porzellane und das Imari-Porzellan im Nabeshimo-Stil. Arita gilt als Ursprungsort des Porzellans in Japan, wo man seit 1616 dessen Herstellung beherrschte. Zu den berühmtesten und wichtigsten Manufakturen hier gehört das Unternehmen der Familie Kakiemon, das heute in der 14. Generation geführt wird. Der ganz eigene Stil zeichnet sich vor allem durch das milchige Weiß des Scherbens und eine außergewöhnlich feine Farbpalette aus. Weitere ausgestellte Porzellanstücke kommen aus den Werkstätten Kutani auf Honshu, der Hauptinsel Japans. Der Beginn der dortigen Porzellanproduktion lässt sich auf das Jahr 1656 datieren. Kutani gehört zu den interessantesten Werkstätten Japans mit einer besonderen Farbigkeit sowie zum Teil recht gewagten Designs. Die porzellanen Figuren und Schalen stammen aus den Museumsbeständen, die eigens im Rahmen dieser Sonderausstellung gezeigt werden. |